Interview: Coverkill (Arne)

Hallo Arne, ich grüße dich und deine Coverkill Jungs, kurzentschlossen hatte ich die Idee euch mal für ein Interview zu behelligen und habe mir sagen lassen: KEIN PROBLEM. Diesmal wende ich mich einfach mal direkt an dich, dass du uns, den Fans und den Leuten, die euch noch nicht kennen mal etwas über euch erzählst. 

1. Bitte stell uns euer Cover-Projekt "Complex 7's COVERKILL" doch einfach mal vor. 

Arne: Hallo Susi! Erst mal vielen Dank für die Möglichkeit, mit Dir dieses Interview zu machen. Unter dem Namen "Complex 7's Coverkill" spielen wir in der gleichen Besetzung wie bei Complex 7 haufenweise Metal-Klassiker. Das Repertoire geht von z. B. AC/DC oder Deep Purple bis Slayer oder Machine Head. Da sind dann natürlich reichlich Stücke drunter, die wirklich jeder kennt, der gerne mal was härteres auflegt. Daneben finden sich aber auch ausgefallenere Sachen, die wir persönlich sehr gerne hören bzw. spielen. Denn das ist letztendlich was die Auswahl der Songs bestimmt: Jeder von uns muss das Programm auch wirklich gerne spielen wollen. Nur so können wir's auf der Bühne nachher auch richtig krachen lassen.

2. Wie kamt ihr auf die Idee neben eurer Band Complex 7 noch eine Coverband zu starten und wie kamt ihr z. B. auf den Namen "Coverkill"?

Arne: Hm, von "Starten" kann man da eigentlich gar nicht wirklich reden. Wir haben bei Complex 7 seit jeher Songs unserer Faves gecovert. Und das auch immer mal wieder live. Da kam mit der Zeit einiges an Repertoire zusammen. Das erste mal einen kompletten Cover-Gig haben wir dann irgendwann auf einer Art Weihnachts-Metal-Meeting zum Besten gegeben. Da hieß das natürlich noch nicht Coverkill und war auch mehr ein Zufall, da der Veranstalter sich das so wünschte. Naja, und dann kamen halt immer mal wieder Anfragen, ob wir das nicht noch mal machen könnten und so weiter und so fort. Wann wir dann schlussendlich auf den Namen gekommen sind weiß ich gar nicht mehr. Er trifft es halt einfach gut. Obwohl wir von der Band, die den Namen kreiert hat bisher noch gar nichts im Programm haben. Sollten wir mal ändern. ;-) Ich glaube nicht, dass wir einfach so eine Coverband gestartet hätten, da ja eigentlich keiner mehr auf die 1001. Coverband wartet. Aber mit Coverkill scheinen wir irgendwie eine Marktlücke gefunden zu haben.

3. Welche Songs habt ihr so in eurem Reportoire? 

Arne: Wie schon gesagt ist das recht unterschiedlich. So findet sich z.B. "Highway Star" von Deep Purple ebenso in unserem Programm wie "South Of Heaven" von Slayer. Klassiker wie "Master Of Puppets" oder "Seak And Destroy" von Metallica oder "Hells Bells" von AC/DC dürfen natürlich ebenso wenig fehlen. Dann natürlich Sachen von Black Sabbath, Judas Priest, Testament, Pantera und Ozzy Osbourne. Aber wie gesagt, hier und da sind dann auch mal vielleicht weniger bekannte Sachen dabei, Stücke unserer Lieblingsbands, die wir dann auch zu unserem eigenen Vergnügen spielen. Beispielsweise haben wir einige Stücke von Nevermore im Programm, die mit Sicherheit nicht jeder im Publikum kennt. Überhaupt ist das mit das schönste daran, in einer Coverband zu spielen: Du kannst auf gewisse Art jeweils für ein paar Minuten in die Rolle Deiner Vorbilder schlüpfen, wie etwa Randy Rhoads, Alex Skolnick oder Jake E. Lee bei "Bark At The Moon". Das ist unglaublich spannend und teilweise auch recht herrausfordend.

4. Was machen Coverkill derweil so? 

Arne: Derzeit steht bei uns erst mal wieder Complex 7 auf der Tagesordnung. Wir haben ja gerade unser neues 5-Track-Demo "c7.09" veröffentlicht und sind momentan wieder am Songwriting. Wirklich viel kann ich zu dem neuen Material noch nicht sagen, nur so viel: Es wird wieder deutlich anders werden als das zuletzt aufgenommene Material. Aber das war ja eigentlich schon immer so bei uns. Coverkill-Gigs stehen derzeit keine an, somit ist jetzt wohl erst mal Winter-Pause.

5. Habt ihr schon drüber nachgedacht mit einer Cover-Cd an den Start zu gehen und diesbezüglich was aufzunehmen?

Arne: Nicht wirklich. Aber wer weiß, vielleicht ist das gar keine schlechte Idee. Nur weiß ich nicht, ob sich das jemand zu Hause anhören will, wo er ja dann doch die Originale griffbereit hat. Vor allem weil wir ja, wie eben schon gesagt, versuchen möglichst nah am Original zu bleiben. Und da wird für mich die Sache mit dem Aufnehmen dann doch fraglich. 

6. Welche Songs coverst du am liebsten - welche machen dir am meisten Spaß nachzuspielen? 

Arne: Schwierige Frage. Das wechselt ständig. Aber natürlich gibt es einige Songs, die schon besonders Spaß machen. Gitarristische Leckerbissen halt eben, wie etwa "Crazy Train" oder "Bark At The Moon". "Garden Of Grey" von Nevermore ist für mich immer wieder ein Highlight, da ich Jeff Loomis wirklich sehr bewundere und die Nummer einfach unglaublich ist. Deep Purples "Highway Star" ist für mich ebenso ein Kracher, vor allem weil ich Jon Lords Hammond-Orgel-Solos auf der Gitarre spiele. Ein Riesenspaß!

7. Ist jetzt erstmal Winter-Pause angesagt... oder wann werdet ihr wieder Germanys bühnen rocken?

Arne: (habe ich eigentlich unter Frage 4 schon beantwortet, oder?)

8. Welche musikalischen Projekte hast DU neben Complex 7 und Coverkill sonst noch? 

Arne: Da wäre zum einen diese verrückte Geschichte, die ihren Anfang genommen hat, als wir mit Complex 7 im Vorprogramm von Dead Soul Tribe gespielt haben. Deren Sänger Devon Graves, vielen wohl noch als Sänger der unglaublichen Psychotic Waltz bekannt, schickte mir einige Zeit später eine E-Mail mit der Frage, ob ich nicht in seiner neuen Band Gitarre spielen möchte. Du kannst Dir vielleicht vorstellen, wie ich mich gefühlt habe. Da schreibt Dir einer Deiner absoluten Helden eine Mail und bietet Dir den Job als sein Gitarrist an. Das war im ersten Moment schwer zu glauben. Aber mittlerweile nimmt die ganze Sache sehr konkrete Formen an und richtig Fahrt auf. Unser  Keyboarder Demi Scott kommt übrigens aus Griechenland und er ist ein unfassbar guter Songwriter. Demi und ich haben weit über 100 Songs zusammen getragen von denen Devon dann seine Faves ausgewählt und mal mehr mal weniger umarrangiert hat. In der Zwischenzeit hat er 7 oder 8 Songs eingesungen und seine Stimme bzw. seine Art zu singen hat nichts von ihrer Faszination verloren. Ich bekomme noch immer jedesmal Gänsehaut, wenn ich ihm zuhöre. Und ganz nebenbei ist er auch noch einer der sympathischsten und liebenswertesten Menschen die ich kenne. Aber bevor ich mich jetzt in Schwärmereien verliere: Das Projekt hört auf den Namen "The Shadow Theory" und die ersten Demos sind an diverse Labels raus. Als Bassisten haben wir übrigens Kristoffer Gildenlöw (ex Pain Of Salvation) gewinnen können und an den Drums wird Mike Terrana am Start sein. Die Scheibe wird ein echter Kracher werden, soviel kann ich versprechen. Ein Release-Datum kann ich jedoch leider noch nicht ankündigen. 
Daneben stehe ich regelmäßig mit den Gebrüdern Poweronoff auf der Bühne, einem musikalisch völlig andersartigen Projekt, bei dem wir mit drei E-Gitarren, Bass und Schlagzeug die Hits der Klassik nachspielen. Das geht von Mozart über Rossini und Brahms bis zu Beethoven oder Bach und macht unglaublich viel Spaß. Unser abendfüllendes Programm "Ruhig Blut, Amadeus" kann nahezu jeder im Publikum von Anfang bis zum Ende mitpfeifen, auch wenn man vielleicht bei der ein oder anderen Nummer nicht so genau weiß, von wem das Stück denn eigentlich stammt. Aber bei uns bekommen diese unsterblichen Meisterwerke einen ganz anderen, modern rockigen Anstrich, deshalb wurden die Gebr. Poweronoff auch als die "Hard Rock Kapelle unter den Kammerorchestern" oder die "Monster Of Classic" bezeichnet. Mehr Infos dazu gibt's entweder auf unserer Homepage www.diepoweronoffs.de oder auf MySpace bzw. YouTube.

9. Wie kann man nur sooooo irre gut Gitarre spielen wie du? Vielleicht an dieser Stelle ein kleiner Tipp an alle Nachwuchsgitarristen da draussen auf was man achten soll/muß etc. ?

Arne: Oh, diese Frage zu beantworten fällt mir schwer, weil ich mit der darin aufgestellten Behauptung so meine Probleme habe. Und welchen Tipp kann ich einem jungen Gitarristen schon mit auf den Weg geben außer dem einen vielleicht, der auch mich immer weiter antreibt: Versuche immer besser zu werden! Hör Dir so viel unterschiedliche Musik an wie in Deinen Kopf reinpasst und probier in jedem Genre wenigstens ein bisschen was aus. Such Dir Sachen aus, von denen Du momentan auf jeden Fall sagen wirst: Das kann ich nie! Und dann ändere es. Ich habe noch kein Jahr Gitarre gespielt als ich Joe Satrianis "Surfing with the alien" zum ersten mal hörte, die Platte, die für mich nahezu alles verändert hat. Kurz darauf bekam ich das Songbook in die Finger und ich fing an, wie besessen die Songs zu üben. Was natürlich zunächst von mäßigem Erfolg gekrönt war. Doch allein durch die Arbeit daran habe ich sehr viel gelernt, und das ist bis heute so. Satriani ist nach wie vor mein absoluter Lieblings-Gitarrist und es gibt endlos viel in seinem Spiel zu entdecken. Natürlich ist ein gewisses Maß an theoretischen Kenntnissen sehr hilfreich, vor allem jedoch ist gutes Timing wichtig. Am besten lernt man das natürlich in einer guten Band, wenigstens aber zu Hause zum Metronom. Aber generell: Spiel was Dir gerade Spaß macht, sei offen für neues und vor allem anderes und verliere angesichts scheinbarer Stagnation nicht den Mut. So lange man weiter Musik macht wird man ein besserer Musiker werden. Das findet auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen statt und ist eher selten an so etwas wie Geschwindigkeit messbar.

10. Bitte hinterlasse noch eine Nachricht für eure Fans. 

Arne: Zunächst natürlich vielen Dank an all unsere Fans, die uns über die vielen Jahre immer unterstützt haben und unser Konzerte besuchen. Ohne Euch hätte der Underground keine Chance mehr. An dieser Stelle vielleicht noch eben der Hinweis, dass das neue Complex 7 Demo "c7.09" jetzt über unsere Homepage www.complex7.de oder unsere MySpace-Seite erhältlich ist. Ansonsten noch vielen Dank an Dich, dass ich dieses Interview mit Dir machen durfte. Denn ohne den Enthusiasmus und Einsatz von Leuten wie Dir oder der vielen Fanzines überall auf der Welt würde im Musikgeschäft ohne großes Geld wohl gar nichts mehr funktionieren.

Vielen Dank für das Interview, hoffe ihr rockt bald wieder live die Bühnen, alles Gute eure Susi 

© 10 / 2009 by Rocket Queen *Promotion*