Interview: VANDEN PLAS


Hallo Susi,

1. Bitte stellt uns eure Band erst einmal vor.

Stephan: Die gesamte Bandhistory würde wohl den Rahmen sprengen. Deswegen in kürze: Die Band wurde Mitte der 80er gegründet. Seit 1990 spielen wir in selben Line-up miteinander. "The seraphic clockwork" ist unser sechstes Studioalbum. Daneben haben wir noch ein Acoustic- und ein Live-Album veröffentlicht.

2. Bevor ihr eure neue Scheibe veröffentlich habt ward ihr sehr viel in Sachen Theater-Aufführungen unterwegs mit euren eigenen Musicals wie Musicals Abydos und Ludus Daniielis (beide am Pfalztheater Kaiserslautern) sowie Christ O. Wie ist so der Sprung vom Musiker zum Musical-Star in der Heimat? Und könnt ihr uns hier einen kurzen Überblick über die Themen eurer Musicals geben?

Stephan: Die Musicals sind neben unserer regulären Arbeit mit Vanden Plas ein wichtiger Bestandteil unseres Musikerlebens geworden. Auf der einen Seite beanspruchen sie natürlich eine grosse Aufmerksamkeit, wodurch uns manchmal ein wenig die Zeit für unsere eigentlichen Bandaktivitäten fehlt. Auf der anderen Seite bringen sie uns extrem weiter, da wir immer wieder neues in puncto Arrangement oder Songwriting dazulernen, was dann letzten Endes auch der Arbeit mit Vanden Plas zu Gute kommt. "Abydos" und "Christ O" behandeln zum Grossteil die Themen, die auch in den Songtexten der CD´s beschrieben werden. Bei "Ludus Danielis" geht es inhaltlich um die biblische Geschichte des Propheten Daniel. Das besondere an diesem Musical ist, das es komplett in lateinischer Sprache gesungen wird.

3. Nun ersteinmal Glückwunsch zum neuen Release "Seraphic Clockwork" - frisch auf dem Markt seit letzem Monat. Wie seit ihr auf den Album Namen gekommen und um was geht es in der Story eures Science Fiction angehauchten Meisterwerkes Seraphic Clockwork?

Stephan: "The seraphic clockwork", also das "Göttliche Räderwerk", spielt eine entscheidende Rolle in dieser Konzept-Story, da es sich hierbei um eine Zeitmaschine handelt, die es unserem Hauptprotagonisten ermöglicht, ins Jahr 33 n. Chr. zu reisen.

4. Wie lange habt ihr gebraucht um das Album fertigzustellen? Es war hier und da sicher viel schwieriger als bei einem normalen Album wo keine komplexe Geschichte dahinter steht?

Stephan: Die ersten Songs entstanden schon 2008, "The final murder" sogar schon 2006. Solch lange und komplexe Songs erst kurz vor dem Studiotermin zu schreiben würde ein grosses Risiko darstellen. Es wäre wahrscheinlich auch gar nicht möglich, da das Konzept und die Musik eine Einheit bilden müssen. So etwas ist in einem extrem kurzen Zeitraum schwer zu bewerkstelligen.

5. Mit eurer CD seit ihr auf Platz 74 der Media Control Charts gelandet. Für eine Prog Band eine riesen Sache. Glückwunsch. Wie man so sehen/lesen kann habt ihr durch die Bank weg super Kritiken bekommen. Wie beurteilt ihr den Stellenwert von PROG speziell hier in Deutschland?

Stephan: Natürlich ist der Charteinsteig ein Riesenerfolg, damit konnte man nicht zwingend rechnen. Über die durchweg positive Resonanz freuen wir uns selbstredend auch. Schliesslich ist es ja das Ziel einer jeden Band, dass ihre Arbeit sowohl bei Fans als auch bei den Medien Anklang findet. Glücklicherweise war das bei uns bis jetzt mit jeder CD der Fall. Wir hoffen natürlich, dass das auch weiterhin so bleibt. Man darf aber als Band nicht davon Ausgehen, dass deswegen jede CD zum Selbstläufer wird. So etwas kann extrem nach hinten losgehen. M jeder CD beginnt die Herausforderung aufs neue, auf bisherigen Erfolgen sollte man sich daher nicht ausruhen. Die Situation in Deutschland finde ich für uns nach wie vor in Ordnung. Natürlich ist vieles nicht mehr so einfach wie etwa vor 10 Jahren, aber wir haben immer noch die Möglichkeit CD´s zu veröffentlichen und live zu spielen. Es könnte also wesentlich schlimmer sein.

6. Wann werden wir euch mit neuem Album auf den heimischen Bühnen sehen?

Stephan: Ja, wir versuchen natürlich so oft live zu spielen wie es möglich ist. Ich sitze übrigens gerade im Bus auf dem nach Köln, wo wir heute abend im "Underground" auftreten werden.

7. Im August werdet ihr am Stadttheater in Idar-Oberstein zusammen mit einem Orchester "Die Schöpfung" von Josef Haydn zum besten geben. Wie bereitet ihr euch auf das Stück vor.... und wie ist die Aufführung arrangiert? Kannst du uns vielleicht einen kleinen Überblick geben wie die Audienz sich das vor ihrem geistigen Auge vorstellen kann?

Stephan: Ok, wir haben jetzt schon September, daher kann ich auch genaueres berichten. Zum einen spielen wir ausgewählte Stücke zusammen mit dem Barockorchester, für die unser Keyboarder Günter die Arrangements geschrieben hat. In das Stück integriert spiel wir Vanden Plas-Songs, die thematisch zur "Schöpfung" passen, z.B. "Postcard to god". Der Auftritt war ein voller Erfolg, weswegen das Ganze in der Zwischenzeit bereits ein zweites mal aufgeführt wurde.

8. In Welche Richtung tendiert ihr nach neuem Album... wollt ihr euch eher auf Musicals konzentrieren oder an neuen Songs für ein Nachfolge-Album arbeiten oder steht das noch alles in den Sternen?

Stephan: Wir arbeiten bereits an neuen Songs als auch an neuen Ideen für weitere Musicals. Allerdings ist noch nichts dabei, mit dem wir an die Öffentlichkeit treten wollen oder können.

9. An dieser Stelle.....bitte hinterlasst euren Fans noch eine abschließende Botschaft.

Stephan: Die Verkäufe unserer letzten CD „Christ O“ haben gezeigt, dass sich unsere Fans wirklich noch eine CD zulegen, wenn ihnen die Musik gefällt. Illegaler Download scheint da also keine grosse Rolle zu spielen. Dafür vielen Dank, so etwas ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich. Wir hoffen, dass dies auch bei unserer neuern CD der Fall sein wird.

Beste Grüsse

Stephan

www.vandenplas.de

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